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Räuchern – altes Ritual in den Raunächten

Räuchern – altes Ritual in den Raunächten In der Zeit der Raunächte wird in Tirol seit Jahrhunderten das Räuchern praktiziert. Die Raunächte gehen auf die Zeitrechnung des Mondjahrs zurück, das nur 354 Tage hatte.

Auf das Sonnenjahr (365 Tage) fehlten also ein paar Nächte, die Raunächte. Sie wurden quasi eingeschoben, um das Jahr vollständig zu machen. Die wichtigsten Raunächte sind von 21. auf 22. Dezember (Wintersonnenwende), von 24. auf 25. Dezember (Heiliger Abend), von 31. Dezember auf 1. Jänner (Silvester) und von 5. auf den 6. Jänner (Erscheinung des Herrn). Den Raunächten haftete etwas Mystisches an, in den Ritualen mischten sich christlicher Glaube und Aberglaube. In dieser Zeit öffnet sich, so der Volksglaube, das Tor zur „Anderswelt“, wo allerlei finstere Mächte nur darauf lauern, ihr Unwesen zu treiben. Um das zu verhindern durfte man z. B. keine Wäsche waschen, da sich in aufgehängten Laken angeblich böse Seelen verfingen. Über den Ställen wurden Sträuße aus Beifuß aufgehängt, um damit die Tiere zu schützen. Ein wichtiges Ritual war das Räuchern in allen Räumen des Hauses und in den Ställen, manchmal auch im Außenbereich. Heute steht das Räuchern wieder hoch im Kurs. Für manche vielleicht als geliebte alte Tradition, für andere als modernes esoterische Ritual und für wieder andere einfach, um für einen angenehmen Duft im Raum zu sorgen. Dem Räucherwerk wird jeweils eine besondere Kraft oder Eigenschaft zugeschrieben. Weihrauch gilt als reinigend, harmonisierend und Energie aufbauend, Myrrhe reinigt und sorgt für Ruhe und Frieden. Salbei und Thymian wirken ebenfalls reinigend, Wacholder vertreibt negative Einflüsse und wirkt neutralisierend, Angelikawurzel verbessert angeblich die Raumschwingung und Kampfer soll alte Informationen im Haus löschen. Ob man nun an die „Anderswelt“ glaubt oder nicht, in jedem Fall erfüllt das Räuchern hierzulande die Herzen mit weihnachtlicher Stimmung und lässt ein Gefühl von Ruhe und Geborgenheit einkehren.

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