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„Keschtn“ –saisonaler Hochgenuss

Die stattlichen Kastanienbäume können 500 bis 600 Jahre, im Einzelfall sogar 1000 Jahre alt werden.

Wenn sich in Südtirol im Herbst das Laub golden und rot färbt und die Tage kürzer werden, dann haben die „Keschtn“ Saison. Edelkastanien, auch Maroni oder auf tirolerisch „Keschtn“ genannt, gedeihen besonders im Eisacktal, rund um den Kalterer See und im Etschtal. In vielen Orten wird die Kastanienzeit regelrecht zelebriert, z. B. bei den Kastanienwochen im Eisacktal, wo es rund um das Thema geführte Wanderungen, Konzerte und natürlich tolles Essen gibt.
Die stattlichen Kastanienbäume können 500 bis 600 Jahre, im Einzelfall sogar 1000 Jahre alt werden. Die römische Kultur sorgte in der Antike für die weite Verbreitung der Kastanie, die eine günstige und sättigende Nahrungsquelle bot. Im 20. Jahrhundert schädigte ein Pilzbefall, der so genannte „Kastanienrindenkrebs“, die Bestände in Europa schwer, die sich inzwischen jedoch glücklicherweise gut erholt haben. Galten die Früchte, die zu den Nüssen gehören, einst als „Arme-Leute-Essen“, erfreuen sie sich heute großer Beliebtheit. Neuere Erkenntnisse aus der Ernährungswissenschaft stellen der Kastanie ein gutes Zeugnis aus: Sie ist reich an Stärke, aber auch an hochwertigem Eiweiß, Mineralstoffen und Spurenelementen, enthält die Vitamine E, C, A und alle B-Vitamine, ist jedoch fettärmer als andere Nüsse. Außerdem hat sie einen positiven Einfluss auf den Serotonin-Spiegel (bekannt als „Glückshormon“). Übrigens sind Kastanien glutenfrei.

Bekanntlich geht es beim Essen aber nicht nur im Nährstoffe, sondern auch um den Genuss. Die einfachste Zubereitung der „Keschtn“ ist das Rösten. Als wohlschmeckender Snack werden sie von Frühherbst bis Advent, also vom Törggelen bis zum Weihnachtsmarkt gerne gegessen. Auch in der Küche werden sie vielseitig verwendet. Zahlreiche süße und pikante Speisen werden in gutbürgerlichen ebenso wie in Gourmetküchen aus Kastanien gezaubert.
Versuchen Sie doch Kastaniensuppe, Kastanienknödel auf warmen Kraut, Kastanien-Rotkraut zu Wild oder Gänsebraten, südtiroler Kastanienkrapfen, Kastanienparfait oder -torte. Vielleicht lassen Sie sich auch von den berühmten in Schokolade getauchten südtiroler Kastanienherzen verführen.
Wir wünschen viel Vergnügen beim Probieren und Genießen!

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