Tiroler Zelten

Im Advent werden landauf landab Köstlichkeiten gebacken, wie Lebkuchen, Kekse u.v.m. Ein traditionelles Festtagsgebäck sind die Tiroler Zelten, eine Brotspezialität.
Zelten sind mehr als nur ein Gebäck, denn sie spielten früher in der Volkskultur bzw. im Volksglauben eine sehr wichtige Rolle. Daher waren feste Regeln dafür vorgesehen. Der genaue Zeitpunkt für das Zeltenbacken variierte je nach Region, in vielen Gegenden war es der 21. Dezember (Tag des Hl. Thomas und zugleich längste Nacht des Jahres). Auch das letzte Anschneiden der Zelten hat in den Regionen traditionell einen festen Zeitpunkt, z. B. den 20. Jänner (Tag des Hl. Sebastian). Sogar die Brösel (Brotkrümel) der Zelten hatten im bäuerlichen Glauben einen besonderen Stellenwert, denn man vermutete darin eine besondere Kraft. Daher durften sie nicht weggeworfen werden, sondern wurden gesammelt und auf Wiesen und Äckern ausgestreut oder an das Vieh verfüttert.

Für das Zeltenbacken braucht man vor allem eines: Zeit

So wird’s gemacht
Für das Zeltenbacken braucht man vor allem eines: Zeit. Bereits zwei Tage vor dem eigentlichen Backen wird mit der Zubereitung der Fülle begonnen. Sie besteht aus Trockenfrüchten (Dörrbirnen, Feigen, Dörrpflaumen, Weinbeeren oder Rosinen usw.), Nüssen und Gewürzen. Zunächst werden Dörrbirnen mit Zimtrinde und Nelken in Wasser weichgekocht. Die großen Trockenfrüchte werden kleingeschnitten und mit den kleinen Trockenfrüchten, etwas Schnaps und Gewürzen in den Absud der Dörrbirnen eingelegt und ins Kühle gestellt.
Nach zwei Tagen wird ein Teig aus Roggen- und Weizenmehl, Salz, Germ (Hefe) und Wasser geknetet (wichtig: 1 Std. ruhen lassen). In die vorbereitete Fülle werden noch Nüsse gegeben, danach wird sie gleichmäßig in den Teig eingeknetet. Daraus werden Laibe geformt und nach nochmaligem Ruhen mit Wasser bestrichen und gebacken. Nach dem Backen werden die heißen Laibe noch einmal mit Wasser bestrichen und fertig ist die Köstlichkeit.
Wer keine Lust zum Backen hat, der hat beim Bummeln auf einem der heimischen Christkindlmärkte sicherlich Gelegenheit, originale Tiroler Zelten zu kosten.
Wir wünschen guten Appetit!

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