Federkielstickerei

Mit viel Liebe zum Detail werden die Federkielstickereien angefertigt. Zu sehen sind sie vor allem auf den „Fatschen“, den Gürteln der Männertrachten. Aber auch Brieftaschen, Hosengürtel, Schuhe und andere Lederwaren werden mit zarten handgestickten Mustern veredelt. Hunderte Arbeitsstunden, viel Geduld und großes Können stecken in den kunstvollen Arbeiten. Dafür wird der Schaft von abgeworfenen Pfauenschwanzfedern in Streifen geschnitten. Diese dienen als Nadeln für das Besticken von Rinder-, Kalbs- oder Ziegenleder mit Ornamenten, Monogrammen, Schriftzügen oder Tiermotiven. Auf Bestellung werden individuelle Wünsche erfüllt. Zunächst wird ein Entwurf mit weißer Tusche auf das Leder gezeichnet. Mit einer flachen Ahle werden in mühsamer Kleinarbeit Löcher gestochen und mit verschiedenen Fadenbreiten gestickt. Vor allem das Ausfüllen der Zwischenräume ist sehr zeitaufwendig. In einem Trachtengürtel stecken am Ende gut und gerne 150 Arbeitsstunden oder mehr. Daher ist für ein schönes Stück auch mit entsprechenden Kosten zu rechnen. Es hält dafür nicht nur ein Leben lang, sondern sogar über Generationen. In vielen Häusern befinden sich wertvolle historische Gürtel mit Federkielstickereien, die zu besonderen Anlässen herausgeholt werden. Die Technik war schon im Mittelalter bekannt. Ab dem 19. Jhd. erfuhr sie einen Aufschwung, da sie vermehrt bei der Fertigung von Trachten zum Einsatz kam, die sich in dieser Zeit etablierten. Damals wie heute war ein schöner bestickter Trachtengürtel ein Prestigeobjekt. In einigen Ortschaften wird das Handwerk noch heute betrieben. Der offiziell anerkannte Beruf des „Federkielstickers“ erfordert eine mehrjährige Lehrzeit, aus der weithin gefragte Spezialisten hervorgehen. Vielleicht finden Sie bei Ihrem Aufenthalt in Südtirol ein tolles besticktes Leberaccessoire oder vielleicht lassen Sie sich sogar eine individuell gestaltete „Fatsche“ machen. In jedem Fall ist eine Federkielstickerei eine langlebige Investition.

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