Die Ladiner

In Südtirol sind die tiroler Kultur und die italienischen Einflüsse nicht zu übersehen. Aber hier lebt noch eine kleine Volksgruppe mit einer eigenen Sprache und Tradition, nämlich jene der Ladiner. Ladinisch ist die älteste Sprache in Südtirol, sie entstand in der Antike aus einer Mischung aus dem Keltischen mit dem Latein der Römer. In der Zeit der Völkerwanderung wurde das Ladinische mehr und mehr zurückgedrängt. Nur in einigen entlegenen Dolomitentälern konnte es überdauern. Heute gibt es etwa 30.000 Menschen, die Ladinisch als Muttersprache haben, sie sind damit eine der kleinsten Sprachgruppen Europas. Ihre Heimat liegt hauptsächlich um das Sella-Massiv, in den fünf Tälern, die sich sternförmig von dort aus in alle Richtungen erstrecken. Gemeint sind das Grödner Tal, das Gadertal, das Buchensteintal, das Fassatal und das Boitetal. Da die Gruppe sehr klein ist, ist die ladinische Kultur nach wie vor davon bedroht, zu verschwinden, obwohl die Sprache als dritte Landessprache in Südtirol anerkannt ist und an Schulen unterrichtet wird.

Ladinisch ist die älteste Sprache in Südtirol.

 

Die Ladiner sind durch die Sprache verbunden. In den südtiroler Sagen und Legenden finden sich außerdem viele Hinweise auf ihre Kultur. Wichtige Traditionen liegen auch im (Kunst)Handwerk. Besonders im Grödner Tal hat sich eine besondere Holzschnitzkunst entwickelt, die als sakrale Kunst oder auch durch Holzspielzeug zu weltweitem Ruhm gelangte. Im Buchensteintal entwickelte sich die Kunst des Schmiedens, im Fassatal jene des Dekorationsmalers und im Gadertal wurden Truhen hergestellt. Im Gadertal war auch die Kunstweberei sehr wichtig. Durch diese hochspezialisierten Fähigkeiten gelangten die Ladiner in der Vergangenheit zu Ansehen und auch zu einem gewissen Wohlstand.
Vielleicht haben Sie bei einem Ausflug Gelegenheit, ladinische Speisen zu probieren oder eine schöne Schnitzerei als Souvenir zu ergattern.

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